Macht und Ohnmacht in Schneisingen
Wenn Schweizer Firmen Leben zerstören. Das klingt dramatisch und beunruhigend. Doch was ist da dran? Wer das wissen wollte, kam letzten Mittwoch im Vortragssaal des Gemeindehauses Schneisingen auf seine Rechnung
Der Film MACHT UND OHNMACHT lässt Betroffene zu Wort kommen und zeigt damit auf, wie in Peru und auf Borneo beim Abbau von Kohle und Kupfer die Lebensgrundlagen von Mensch und Tier schamlos zerstört werden. Auf Land das den Eigentümern weggenommen oder mit aufgezwungenen Spottverträgen abgetrotzt wurde. Einwohner werden mit Jobs geködert. Die Behörden schauen weg. Eigentümer der Mine: Die Zuger Firma Glencore.
Der Kupfer-Abbau in der Andenprovinz Espinar, Peru verseucht das Trinkwasser. Staubbefall tötet Nutztiere, der Fischfang erliegt und kann Existenzen nicht mehr sichern. Durch den Kohle-Abbau spielt sich auf Borneo Ähnliches ab. 18‘000 ha Regenwald wurden und werden abgeholzt. Zu den Opfern gehört in absehbarer Zeit der Orang Utan. Eigentümer der Mine: Die Firma IMR in Zug.
Gut dreissig Interessierte verfolgten die Filmvorführung und die weiterführenden Ausführungen der Fachfrau Anouscha Peter und bereicherten den Anlass mit weiteren Fragen. Beim anschliessenden Apéro vertieften sich die Gespräche. Organisiert wurde der Filmabend von der SP Zurzibiet und der Koalition für Konzernverantwortung.
Für die betroffenen Menschen und deren Lebensgrundlage, gleichzeitig auch für das Ansehen der Schweiz ist es unerlässlich, dass unsere Unternehmen die Verantwortung für ihr Wirken in fernen Ländern übernehmen müssen. Die Mehrheit der Schweizer Stimmbürger hat dies bei der Abstimmung über die Konzernverantwortungsinitiative erkannt und die Vorlage an der Urne gutgeheissen. Ein zahnloser „Gegenvorschlag“ liess die Initiative jedoch am Ständemehr scheitern. So können sich Firmen mit Hochglanzbroschüren aus der Verantwortung stehlen.
Die Neuauflage der Konzernverantwortungsinitiative entschärft die Beweislast und nimmt KMU explizit aus. Sie ist derzeit in der Vernehmlassung und wird frühestens nächstes Jahr zur Abstimmung kommen.