Für die Ersatzwahl von Regierungsrat Stephan Attiger stellt sich aus dem Zurzibiet mit der 21-jährigen Loredana Nigro eine junge Kandidatin und damit eine Alternative zum bürgerlich dominierten Gremium. Die Vorbehalte gegen ihre Kandidatur liegen auf der Hand: zu jung, unerfahren und natürlich zu links. Doch Loredana ist jemand, die Herausforderungen ergreift und Chancen sieht.

Aufgewachsen in Lengnau war sie in Dorfvereinen aktiv. Aus ihrer Kindheit kennt sie die Situation einer Familie mit knappem Budget. Sensibilisiert durch Erlebnisse in der Schule beschäftigten sie früh die Themen Feminismus und Rassismus. "Ich kann mich an einen Vorfall an der Schule erinnern, als ein Schweizer einem schwarzen Jungen das N-Wort zurief. Das war keine Ausnahme. In den letzten Jahren ist Rassismus wieder salonfähiger geworden."

Entscheidend für den Schritt in die Politik war für Loredana Nigro die erneute Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten, die Hass und Hetze gegen Minderheiten zur Folge hatte. "Das hat mich so bewegt, dass ich der Juso beitrat." Jungpartei und Mutterpartei widmen sich am stärksten ihren politischen Überzeugungen, dem Kampf gegen Diskriminierung und für marginalisierte Gruppen.

Nebst der Klimapolitik will Nigro den Feminismus wieder ins Zentrum stellen "Es gibt im Aargau seit 2018 keine Anlaufstelle für Gleichstellung mehr." Nigro ist realistisch genug, um zu wissen, dass die Wahl in den Regierungsrat kein Zuckerschlecken wird. Zu sagen, die Wahl sei unmöglich, wäre ihr aber zu pessimistisch. Sie kandidiert auch, um zu zeigen, dass junge Menschen eine Chance haben, ein Zeichen zu setzen. "Egal, aus welchem Milieu wir kommen, wir alle verdienen einen Platz in der Politik"