Klimakrise und Atomschwindel
Dürre und kein Ende in Sicht. Nun begreift allmählich auch der und die Hinterletzte - ausser unser überforderter Energieminister, dass die Klimakrise nicht einfach grüne Panikmache sondern harte Realität ist. Soweit so katastrophal.
Besonders toll: Sogleich melden sich die Atomjünger zu Wort und wollen uns ihre veraltete Technologie schmackhaft machen. Fakt ist: Atomkraft löst keines unserer aktuellen Energieprobleme. Zum Beispiel deshalb:
Schauen wir nach Frankreich: Flamanville 3: Geplant waren 3,3 Milliarden Euro und viereinhalb Jahre Bauzeit. Der Reaktor ging mehr als 12 Jahre später als ursprünglich vorgesehen ans Netz. Frankreich kalkuliert inzwischen mit Gesamtkosten von 23,7 Milliarden Euro. Aus 3,3 wurden fast 24 Milliarden. Hinkley Point in Grossbritannien: Der erste Block sollte 2025 laufen. EDF plant inzwischen mit 2030. Die Kosten haben sich verdoppelt. Gleichzeitig wurde der Staat zu massiver finanzieller Unterstützung genötigt,
Auch wenn ein neues AKW finanziell und technisch innert nützlicher Zeit realisierbar wäre, stünden die Energiefirmen nicht gerade Schlange, um ein solches zu betreiben.
Darum träumen einige Unentwegte von Minireaktoren, SMR, Atomkraft im Taschenformat. Dumm nur: Kommerziell verfügbar sind diese Wunderkästen noch nicht. Wir befinden uns nicht einmal im Prototypen-Stadium. Vom Entsorgungsproblem ganz zu schweigen.
Atomkraft gilt als CO2-arm, ist aber nicht klimaresistent. Ein Reaktor erzeugt enorme Hitze, die mit viel Wasser gekühlt werden muss. Diesen Sommer mussten in der Schweiz, in Rumänien, Ungarn und Frankreich Reaktoren gedrosselt oder abgeschaltet werden. Ausgerechnet Dürre, Niedrigwasser und steigende Wassertemperaturen bremsen Atomkraftwerke dann aus, wenn der Strombedarf durch Kühlung steigt.
Atomkraft scheitert an Bauzeiten, an Kosten, an fehlenden Betreibern und immer häufiger am Klimawandel. Atomfreundliche PolitikerInnen verkaufen Vergangenheit als Zukunft und nennen das "Technologie-Offenheit". Etikettenschwindel im Doppelpack. Bleiben wir bei den realistischen Lösungen: Fördern wir die Technologie der erneuerbaren Energie. Sicherer, berechenbarer, günstiger, besser für uns alle. Und für's Klima.